Wenn Begegnung selbst die Methode ist

20.04.2026 | Sabine Langrock

Jahrestreffen sysTelios Transfer 2025 – und was Nervensystem, Rollenwahl und Resonanz mit meiner Arbeit zu tun haben

Jedes Jahr im April dasselbe Ritual: 80 Menschen aus verschiedenen Ecken der Republik kommen "auf den Berg" – nach Siedelsbrunn, mitten im Odenwald. Coaches, Therapeut:innen, Berater:innen. Menschen, die hypnosystemisch denken, arbeiten und wirken. Letztes Jahr war ich nur online dabei. Und trotzdem: das Ankommen am Wochenende war leicht. Das sagt schon etwas über dieses Netzwerk.

Was macht das aus? Ich glaube, es hat mit dem zu tun, wie und wofür wir uns dort treffen. 

Das Wiefür

Mechthild Reinhard hat Impulse gesetzt zum "Wiefür", zur Frage, warum Bezogenheit gerade jetzt so wichtig ist. Und warum es so entscheidend ist, das Nichtwissen zu hüten.

In meiner Arbeit mit Führungskräften und Teams erlebe ich es regelmäßig: Der Druck, schnell Antworten zu liefern, ist enorm. Wer das Nichtwissen aushält und trotzdem handlungsfähig bleibt, der hat etwas verstanden, das kein Framework lehrt. Das ist keine Technik. Das ist Haltung. Und Haltung braucht Resonanzräume, in denen sie sich bilden und halten kann.

Nervensystem zuerst

In einer Open Space Session zu Nervensystem und Embodiment wurde etwas in Gang gesetzt, das ich noch Tage später gespürt habe. Neben dem inhaltlichen Lernen war es eine sehr körperliche Erfahrung und genau das ist der Punkt.

Ich arbeite hypnosystemisch. Das heißt unter anderem: Ich interessiere mich dafür, in welchem Zustand jemand ist, nicht nur was er denkt oder plant. Denn aus einem angespannten Nervensystem heraus entstehen andere Entscheidungen als aus einem, das sich sicher und verbunden fühlt. Der Körper  zeigt, was der Kopf noch nicht weiß. Und manchmal reicht eine kleine Verschiebung im Körper, um eine Veränderung zu ermöglichen. Dafür braucht es Erfahrungen und Erleben, nicht nur Einsichten.

Wer entscheidet und wie

Sehr eindrucksvoll: die Beiratswahl nach der Methode der Rollenwahl aus dem Kreis. Wie Menschen hineinspüren, ob eine Rolle sich stimmig anfühlt. Wie der innere Kreis entscheidet. Wie viel Vertrauen das vom äußeren Kreis braucht – und wie viel es gleichzeitig erzeugt.

Das ist Selbstorganisation, die ich auch in meiner Beratungsarbeit erlebe: Wenn Entscheidungen so getroffen werden, dass Menschen sich wirklich einbringen können – nicht nur formal, sondern mit ihrer ganzen Person – verändert sich etwas. In der Dynamik. Im Vertrauen. In der Qualität der Zusammenarbeit. Teamentwicklung und Organisationsentwicklung, die das ernst nimmt, sieht anders aus als klassische Rollenklärung per Organigramm.

Was ich mitnehme

Auch diese Treffen haben einen Anteil daran, wie ich arbeite. Weil ich selbst ein lebendiges System bin und Systeme brauchen Orte, wo sie sich aufladen, irritieren lassen und neu kalibrieren können.

Dafür bin ich dankbar. Für sysTelios Transfer und für die vielen guten Gespräche dazwischen.

Was sind deine Resonanzräume – die Orte oder Kontexte, in denen du dich neu kalibrierst?

Haben Sie Fragen ​​​​​​​
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​​​​​​​In einem persönlichen Gespräch können wir gemeinsam erste Ideen entwickeln und Möglichkeiten der Zusammenarbeit klären. Ich freue mich auf unser Kennenlernen - ob in Präsenz oder online.

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